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Drucker und Bürogeräte: Standby gezielt reduzieren

09.10.2026

Ein Drucker im Bereitschaftszustand kann Strom ziehen, obwohl gerade niemand druckt. Mit aktivierten Schlafmodi, einem Verbrauchscheck und passenden Abschaltzeiten lässt sich unnötiger Betrieb begrenzen, ohne benötigte Funktionen blind zu kappen. Für Haushalte und Büros mit Photovoltaik gilt: Eigenverbrauch ist nicht automatisch ein Vorteil, wenn dadurch vermeidbarer Dauerverbrauch entsteht.

Wenn Bereitschaft zur Dauerlast wird

Ein Drucker muss nicht drucken, um Strom aufzunehmen: Das Umweltbundesamt führt die Druckbereitschaft bei Druckern und Kopierern als eigene Form des Leerlaufs. Im Büro ist dieser Zustand praktisch, weil ein Gerät für den nächsten Auftrag bereitsteht. Problematisch wird er, wenn das Gerät viele Stunden ohne tatsächlichen Bedarf im unnötig hohen Bereitschaftsmodus bleibt. [Umweltbundesamt: Leerlaufverluste](https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/leerlaufverluste) Bei Photovoltaik ist die Perspektive ähnlich: Der Drucker kann tagsüber einen Teil des Solarstroms aufnehmen, doch das macht vermeidbaren Dauerverbrauch nicht automatisch sinnvoll. Eine Wattstunde, die der Drucker nicht benötigt, ist eine Wattstunde weniger Verbrauch – unabhängig davon, ob sie gerade aus der Anlage oder dem Netz käme.

Zuerst Schlafmodus aktivieren

Der beste erste Schritt ist meist nicht das tägliche Ziehen des Steckers, sondern ein passend eingestellter Schlafmodus. ENERGY STAR empfiehlt, Drucker und Multifunktionsgeräte bei Inaktivität automatisch in einen stromsparenden Modus wechseln zu lassen. [ENERGY STAR: Büro-Checkliste](https://www.energystar.gov/buildings/save-energy-commercial-buildings/ways-save/checklists) Öffnen Sie dafür das Bedienfeld des Druckers oder die Verwaltungsoberfläche und suchen Sie nach „Energiesparen“, „Ruhemodus“, „Auto-Aus“ oder „Zeit bis Ruhemodus“. Die passende Einstellung hängt vom Gerät und Arbeitsablauf ab: Wo häufig gedruckt wird, kann ein kurzer Schlafzyklus genügen; ein selten genutzter Heimdrucker darf eher früher in einen tieferen Sparmodus wechseln. Folgen Sie der Bedienungsanleitung oder fragen Sie bei gemeinsam verwalteten Bürogeräten den Serviceanbieter. [ENERGY STAR: Büro-Checkliste](https://www.energystar.gov/buildings/save-energy-commercial-buildings/ways-save/checklists)

Standby-Verbrauch statt Bauchgefühl messen

Wer entscheiden möchte, ob zusätzliche Maßnahmen etwas bringen, sollte den Verbrauch im tatsächlichen Bereitschaftszustand erfassen. Ein Steckdosen-Energiekostenmessgerät kann die Leistungsaufnahme in Watt sichtbar machen; alternativ nennen technische Unterlagen Werte für Bereitschafts- oder Aus-Zustände. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Hersteller diese Leistungsaufnahme in Watt in den technischen Unterlagen angeben müssen. [Umweltbundesamt: Leerlaufverluste](https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/leerlaufverluste) Für eine Überschlagsrechnung gilt: Watt × Stunden ÷ 1.000 ergibt Kilowattstunden. Misst ein Beispielgerät im Bereitschaftszustand 4 Watt und bleibt täglich 16 Stunden in diesem Zustand, sind das rechnerisch rund 23,4 kWh pro Jahr (4 × 16 × 365 ÷ 1.000). Das ist eine Beispielrechnung, kein typischer Wert für Drucker. Entscheidend ist der eigene Messwert; die Stromkosten ergeben sich erst mit dem individuellen Tarif.

Abschalten, aber nicht blind trennen

Ein Schlafmodus und vollständiges Abschalten sind nicht dasselbe. Bei einem Gerät, das Netzwerkdruck, Faxempfang oder andere Bereitschaftsfunktionen erfüllen soll, kann eine harte Stromunterbrechung den gewünschten Zugriff verhindern. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Funktionen außerhalb der Arbeitszeit gebraucht werden und ob das Handbuch eine automatische Abschaltung vorsieht. Das ist eine praktische Abwägung: möglichst wenig Leerlauf, aber nur so viel Verfügbarkeit wie nötig. Wenn ein Drucker nachts sicher nicht gebraucht wird, können eine programmierbare Abschaltzeit oder eine schaltbare Steckdosenleiste eine Option sein. Beachten Sie die Geräteanleitung und kontrollieren Sie nach dem Wiederanschluss, dass Netzwerk und Druckwarteschlange wie gewünscht funktionieren.

Beim Neukauf auf Nutzung statt Größe achten

Im Büro kann es sinnvoller sein, Geräte passend zum Bedarf auszuwählen, statt mehrere selten genutzte Einzelgeräte dauerhaft bereitzuhalten. Der UBA-Beschaffungsleitfaden stellt für Drucker und Multifunktionsgeräte unter anderem einen niedrigen Energieverbrauch als Auswahlkriterium heraus. ENERGY STAR empfiehlt zertifizierte Drucker, Kopierer und Scanner und berücksichtigt in seinen Kriterien unterschiedliche Gerätetypen und deren Geschwindigkeit. [UBA-Beschaffungsleitfaden](https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/leitfaden-zur-umweltfreundlichen-oeffentlichen-30) Vergleichen Sie nicht nur einen Spitzenwert im aktiven Druck, sondern auch Angaben zu Schlaf- und Bereitschaftsbetrieb. Für einen Haushalt mit wenigen Seiten pro Woche können einfache Energiespareinstellungen genügen; bei einem zentralen Bürodrucker zählen zusätzlich Erreichbarkeit, Druckvolumen und die benötigte Reaktionszeit. So wird Solarstrom nicht zum Vorwand für unnötigen Verbrauch, sondern Teil einer insgesamt sparsamen Nutzung.

Quellen

  1. Umweltbundesamt
  2. Umweltbundesamt
  3. ENERGY STAR (U.S. Environmental Protection Agency)