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Entlüftungsrohre auf dem Solardach: Planung ohne Funktionsverlust

08.10.2026

Entlüftungsrohre müssen bei der PV-Belegung von Anfang an mitgedacht werden. Entscheidend sind die Dachschichten, eine systemgerechte Durchführung und die Abstimmung von Dachdecker- und Solargewerk. Herstellerhinweise gelten jeweils für ihre Dachsysteme und ersetzen keine projektbezogene Prüfung.

Erst das Dach erfassen, dann Module schieben

Ein Entlüftungsrohr ist nicht bloß ein Hindernis im Modulraster: Es gehört zu einem funktionierenden Dachaufbau. Erfassen Sie deshalb vor der Belegung Lage und Zweck jeder vorhandenen Öffnung sowie Eindeckung, Unterdach, Dämmung und luftdichte Ebene. PREFA führt Dichtheit, Wärme- und Feuchteschutz, Hinterlüftung und Alterungsverhalten ausdrücklich als bauphysikalische Prüfpunkte der PV-Planung auf. Außerdem empfiehlt der Hersteller, die Gewerke technisch und zeitlich abzustimmen. Das spricht dafür, Rohrposition und Modulraster gemeinsam festzulegen statt einen Durchgang erst während der Montage zu entdecken. [PREFA: Planung](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/solar/prevario-solarmontagesystem/allgemeine-informationen/planung/)

Entlüftung ist nicht automatisch Kabeldurchführung

Unterscheiden Sie ein tatsächlich benötigtes Lüftungsrohr von einer Durchführung, durch die lediglich Leitungen geführt werden. Ein bestehender Lüfter erfüllt eine Gebäudefunktion; er sollte nicht ohne passende Bauteile zum Leitungsweg umgedeutet werden. Marzari rät ausdrücklich von herkömmlichen Dachraumlüftern als Rohrdurchführungen ab und bietet stattdessen eigene Solar-Zubehörlösungen an. Dazu zählt ein Sanilüfter mit Flexschlauch, den der Hersteller als konstruktiv mit Solarmodulen kompatibel beschreibt. Das ist eine herstellerspezifische Produktinformation, keine allgemeine Freigabe für beliebige Lüfter, Dächer oder Modulfelder. [Marzari Technik: Solarzubehör](https://marzari-technik.de/solarzubehoer/)

Dachschichten und Eindeckung mitplanen

Bei jeder Rohr- oder Kabeldurchführung muss die Planung über die sichtbare Dachhaut hinausgehen. PREFA weist darauf hin, dass Durchführungen durch beziehungsweise Anschlüsse an Unterdach, Wärmedämmung und luftdichte Schicht fachgerecht nach den nationalen Regeln auszuführen sind. Für die PREFA-Solarluke nennt der Verlegehinweis zudem eine konkrete Lagebeschränkung: Sie soll nicht auf einem Falz oder Wellenberg der Eindeckung gesetzt werden. Solche Details sind abhängig vom jeweiligen Dachsystem; sie lassen sich nicht ohne Prüfung auf andere Deckungen übertragen. [PREFA: Durchdringungen und Entlüftungen](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/dach/kleinformate/zubehoerprodukte/durchdringungen-entlueftungen-einfassungen/)

Ein praktischer Ablauf für die Belegung

Zeichnen Sie Rohrmittelpunkt, Außenmaß und erforderlichen Freiraum in den Dachplan ein. Legen Sie daneben Modulformate, Schienenverlauf und Befestigungspunkte. Prüfen Sie dann, ob ein passend ausgewiesenes Bauteil die Entlüftungsfunktion erhält und zugleich mit der Eindeckung sowie der geplanten Modulfläche zusammenpasst. Muss die Position geändert werden, klären Dachdecker- und Lüftungsfachbetrieb zunächst, ob das funktional und baulich zulässig ist; erst danach wird die PV-Belegung angepasst. Bei einer neu geplanten Dachfläche sollten die Gewerke bereits in der Entwurfs- und Detailplanung zusammenarbeiten. Das ist besonders wichtig, weil die Durchdringung mehrere Dachschichten betrifft und eine Produktlösung nur innerhalb der jeweiligen Systemvorgaben beurteilt werden kann. [PREFA: Planung](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/solar/prevario-solarmontagesystem/allgemeine-informationen/planung/), [PREFA: Durchdringungen](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/dach/kleinformate/zubehoerprodukte/durchdringungen-entlueftungen-einfassungen/), [Marzari Technik](https://marzari-technik.de/solarzubehoer/)

Beispiel: ein Rohr liegt im geplanten Modulfeld

Liegt bei einem Ziegeldach ein Entlüftungsrohr mitten in der vorgesehenen Modulreihe, sollte die erste Reaktion nicht sein, das Rohr zu überbauen oder den Lüfter als Kabelweg zu benutzen. Erst ist festzustellen, welche Entlüftungsfunktion bestehen bleiben muss. Anschließend kann der Fachbetrieb prüfen, ob ein für die konkrete Deckung vorgesehener, flacher oder flexibler Anschluss die Lage entschärft, oder ob ein Ausschnitt im Modulraster sinnvoller ist. Marzaris Produktbeispiele zeigen, dass es spezielle Lösungen für den Bereich von Solarmodulen gibt; PREFA macht zugleich deutlich, dass die Ausführung der Durchdringung und aller Dachschichten nach den einschlägigen Regeln erfolgen muss. Ein konkreter Modulabstand oder eine pauschale Überbaubarkeit lässt sich daraus nicht ableiten. [Marzari Technik](https://marzari-technik.de/solarzubehoer/), [PREFA: Durchdringungen](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/dach/kleinformate/zubehoerprodukte/durchdringungen-entlueftungen-einfassungen/)

Grenzen der Planung

Die genannten Anleitungen beschreiben bestimmte Produkte und Dachsysteme. Sie liefern keine universellen Abstandsmaße für Module neben Entlüftungsrohren und keine pauschale Erlaubnis, ein Rohr zu verlegen, zu kürzen oder zu überbauen. Maßgeblich sind die konkrete Dachkonstruktion, die Funktion der Entlüftung und die Montagevorgaben der tatsächlich eingesetzten Komponenten. Lassen Sie Änderungen an Dachhaut oder Lüftungsführung deshalb projektbezogen durch die zuständigen Fachbetriebe beurteilen; bei abweichender Deckung sind die dazugehörigen Herstellerdetails heranzuziehen. [PREFA: Planung](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/solar/prevario-solarmontagesystem/allgemeine-informationen/planung/), [PREFA: Durchdringungen](https://www.prefa.de/mein-prefa/verlegerichtlinien/dach/kleinformate/zubehoerprodukte/durchdringungen-entlueftungen-einfassungen/), [Marzari Technik](https://marzari-technik.de/solarzubehoer/)

Quellen

  1. PREFA
  2. PREFA
  3. Marzari Technik GmbH