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Interner Zinsfuß bei PV: Rendite mit unregelmäßigen Zahlungen richtig einordnen

09.10.2026

Der interne Zinsfuß verdichtet die Zahlungsreihe einer PV-Anlage zu einer Renditekennzahl. Für Zahlungen an konkreten, unregelmäßigen Terminen eignet sich eine datumsbasierte XIRR-Berechnung. Aussagekräftig wird das Ergebnis erst mit konsistenten Annahmen zu Laufzeit, Kosten und Erlösen sowie einem Vergleich mit dem Kapitalwert.

Was der interne Zinsfuß aussagt

Der interne Zinsfuß (IZF, englisch IRR) ist keine Auszahlung, die eine Anlage jedes Jahr tatsächlich erwirtschaftet. Er ist der Zinssatz, bei dem die Summe der abgezinsten Ein- und Auszahlungen – also der Kapitalwert – genau null wird. Man kann ihn als jährliche Renditekennzahl lesen, die eine ganze Zahlungsreihe auf einen Satz verdichtet. Seine Höhe hängt aber davon ab, welchen Zeitraum die Rechnung umfasst. Ein Ergebnis für 20 Jahre lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit einem Ergebnis für 30 Jahre vergleichen.

Die PV-Zahlungsreihe zuerst sauber aufstellen

Beginnen Sie mit einer Perspektive: Rechnen Sie aus Sicht der Eigentümerin oder des Eigentümers und legen Sie fest, ob die Finanzierung mitgerechnet wird. Erfassen Sie dann die anfängliche Nettoinvestition als Auszahlung und danach die erwarteten jährlichen Nettozuflüsse. Bei einer selbst genutzten Anlage kann darin der Wert vermiedener Strombezüge stecken; für eingespeisten Strom gehört die angesetzte Vergütung in die Reihe. Ziehen Sie wiederkehrende Betriebs- und Wartungskosten ab und ordnen Sie größere Ersatzkosten dem erwarteten Zeitpunkt zu. Die Anlagenleistung über die Nutzungszeit wirkt auf die Zahlungsströme. Vermischen Sie daher nicht etwa eine Rendite vor Finanzierung mit einem Cashflow, der Darlehenszahlungen bereits abzieht.

Bei unregelmäßigen Zahlungsterminen XIRR verwenden

Die einfache IRR-Funktion passt zu gleichmäßig getakteten Perioden, etwa einem Cashflow je Jahr. Wenn Zahlungen zu konkreten, unterschiedlich weit auseinanderliegenden Terminen anfallen – beispielsweise eine Anzahlung, ein späterer Zuschuss oder ein Austausch außerhalb des Jahreswechsels – ist eine datumsbasierte Berechnung wie XIRR die passende Variante. Sie verknüpft jeden Betrag mit seinem Datum und diskontiert Folgezahlungen bei Microsofts Excel-Funktion nach einem 365-Tage-Jahr. Ein Anfangsaufwand wird als negativer Betrag eingetragen, Erlöse oder Einsparungen als positive Beträge; die Reihe braucht mindestens ein positives und ein negatives Vorzeichen. Kontrollieren Sie, dass jeder Betrag genau zum richtigen Datum gehört und dass die Daten als echte Kalenderdaten erkannt werden.

Ein kleines Rechenschema statt einer Renditebehauptung

Als rein hypothetisches Schema könnte eine PV-Zahlungsreihe so beginnen: am Installationstag −16.000 Euro, ein Jahr später +1.400 Euro Nettozufluss, 18 Monate danach −2.000 Euro für einen angenommenen Komponententausch und am folgenden Jahrestag +1.500 Euro. Die Beträge sind nur Platzhalter, keine typische Anlagenprognose. Bei einer datumsbasierten Rechnung wird jeder Posten mit dem Abstand zum ersten Datum gewichtet; deshalb ist die Auszahlung nach 18 Monaten nicht so behandelt, als käme sie genau nach einem oder zwei vollen Jahren. Eine Software ermittelt den Satz, der die abgezinste Summe auf null bringt. Dieses Schema liefert ohne eine vollständige Laufzeit und belastbare Annahmen bewusst keine Renditezahl.

Ergebnis als Modellwert lesen – nicht als Versprechen

Eine IRR ist nur so belastbar wie die angenommene Zahlungsreihe. PV-Erträge hängen von technischen Eingaben und der späteren Anlagenleistung ab; das DOE weist ausdrücklich auf Unsicherheiten von Modellen und Eingabedaten hin. Prüfen Sie daher mindestens, wie sich geringere Erträge, höhere laufende Kosten, ein anderer Zeitpunkt für den Wechselrichtertausch oder eine kürzere wirtschaftliche Nutzungsdauer auswirken. Halten Sie den Betrachtungszeitraum zwischen Varianten gleich und nennen Sie einen Restwert am Ende nur, wenn er in der Rechnung begründet ist. Bei einer Folge mit wechselnden Vorzeichen – etwa Investition, spätere Überschüsse und eine große Schlussauszahlung – kann es zudem mehrere passende IRR-Ergebnisse geben oder keines; prüfen Sie in diesem Fall die Zahlungsreihe und verlassen Sie sich nicht blind auf einen ausgegebenen Satz.

Mit Kapitalwert und gleicher Perspektive vergleichen

Nutzen Sie die IRR nicht als einziges Auswahlkriterium. Legen Sie zunächst Ihren erforderlichen Mindestzins fest und berechnen Sie den Kapitalwert mit diesem Satz: Ein positiver Kapitalwert bedeutet, dass die modellierten Zahlungsüberschüsse nach dieser Abzinsung noch einen Mehrwert ergeben. Die IRR zeigt den Zinssatz, bei dem dieser Wert gerade null wäre. Vergleichen Sie Anlagenvarianten mit identischem Zeitraum, derselben Behandlung von Finanzierung und Förderung sowie nachvollziehbaren Annahmen zu Ertrag, Stromwert und Kosten. So lässt sich die Renditezahl als Orientierung einordnen, ohne sie mit einer garantierten Verzinsung oder einem sicheren Jahresertrag zu verwechseln.

Quellen

  1. Microsoft Support
  2. EFFECT4buildings / Interreg Baltic Sea Region
  3. U.S. Department of Energy