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Peak Shaving mit Gewerbespeicher: Warum die Dauer zählt

09.10.2026

Ein Gewerbespeicher muss eine Lastspitze nicht nur kräftig, sondern lange genug abfangen. Entscheidend ist deshalb, wie lange die Last über dem Zielwert liegt – und was das Abrechnungsintervall tatsächlich misst.

Nicht jede Spitze ist gleich lang

Peak Shaving senkt den gemessenen Netzbezug, indem der Speicher oberhalb eines definierten Grenzwerts einspringt. Für die Abrechnung kann jedoch nicht jeder Sekunden-Ausschlag ausschlaggebend sein: Fraunhofer IISB beschreibt einen Leistungswert, der als 15-Minuten-Mittel erfasst wird. Maßgeblich sind zudem die Regeln des konkreten Tarifs und Abrechnungszeitraums – sie sollten vor einer Auslegung geprüft werden. [Fraunhofer IISB](https://www.iisb.fraunhofer.de/de/press_media/pressemitteilungen/pressearchiv/archiv_2019/Lastspitzenreduktion-mit-Batterien_2019.html)

Leistung bestimmt die Höhe, Energie die Dauer

Die Speicherleistung in Kilowatt beschreibt, wie stark das System im Moment entladen kann. Die Kapazität in Kilowattstunden beschreibt, wie viel Energie es über eine Zeitspanne abgeben kann. Für die Planung zählt daher nicht nur, wie hoch die Last über dem Zielwert liegt, sondern auch wie lange sie anhält. Als einfache Idealrechnung: Liegt ein Betrieb 100 kW für 30 Minuten über dem gewünschten Netzbezug, müsste der Speicher 50 kWh abgeben – zusätzlich zu Reserven und Verlusten, die im realen System zu berücksichtigen sind. Ein Fraunhofer-Demonstrator wird mit 100 kW maximaler Leistung und 60 kWh Kapazität angegeben; das illustriert, warum beide Kennzahlen nebeneinander gehören, ist aber keine allgemeine Empfehlung für Betriebsgrößen. [Fraunhofer-Allianz Energie](https://www.energie.fraunhofer.de/de/messen-veranstaltungen/2019/allianz-energy-storage_2019/lastspitzenreduktion-mit-elektrischen-Energiespeichern-a8.html)

Lastgänge statt Einzelrekorde untersuchen

Ein einzelner Jahreshöchstwert sagt noch nicht, ob ein Speicher die Spitze wirtschaftlich abfangen kann. Sinnvoll ist, Messdaten in kurzen Zeitauflösungen auszuwerten: Wann treten Überschreitungen auf, wie lange dauern sie, wie oft wiederholen sie sich und wie viel Energie liegt jeweils oberhalb des geplanten Grenzwerts? Fraunhofer nennt die Analyse von Lastprofilen, die Simulation geglätteter Verläufe und die Speicher-Auslegung als zusammengehörige Schritte. Prüfen Sie dabei auch, ob gleichzeitige Verbraucherstarts oder wiederkehrende Ladevorgänge die Spitze prägen. Die Ursachen zu verschieben kann eine Alternative oder Ergänzung zum Speicher sein. [Fraunhofer-Allianz Energie](https://www.energie.fraunhofer.de/de/messen-veranstaltungen/2019/allianz-energy-storage_2019/lastspitzenreduktion-mit-elektrischen-Energiespeichern-a8.html)

Dauer entscheidet über die passende Auslegung

Ein kurzer, hoher Ausschlag verlangt vor allem abrufbare Leistung; eine längere Überschreitung braucht mehr gespeicherte Energie, selbst wenn die Spitzenleistung niedriger ist. Die technische Architektur setzt dabei unterschiedliche Spielräume: Fraunhofer UMSICHT beschreibt Redox-Flow-Systeme, bei denen Leistung und Speicherkapazität unabhängig voneinander skaliert werden können, während sie bei den dort verglichenen Lithium-Ionen- und Blei-Säure-Systemen in einem festen Verhältnis stehen. Das ist keine pauschale Technologieempfehlung. Kosten, Wirkungsgrad, Platzbedarf, Betriebsführung und weitere Einsatzzwecke müssen für den konkreten Standort mitbewertet werden. [Fraunhofer UMSICHT](https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2020/redox-flow.html)

Vor der Bestellung simulieren

Legen Sie mit historischen Messwerten einen Zielwert fest und rechnen Sie nach, wann der Speicher laden kann, ohne eine neue Spitze zu erzeugen. Simulieren Sie anschließend mehrere typische und besonders ungünstige Tage: Ein System kann eine kurze Spitze abfangen, aber bei einer längeren Lastfolge vorzeitig leer sein oder mangels Ladefenster nicht rechtzeitig wieder bereitstehen. Vergleichen Sie die modellierte Lastkurve mit den geltenden Abrechnungsregeln und prüfen Sie auch den Zustand bei Produktionsänderungen. Damit wird Lastspitzendauer zu einer belastbaren Auslegungsgröße statt zu einer nachträglichen Überraschung.

Quellen

  1. Fraunhofer IISB
  2. Fraunhofer-Allianz Energie
  3. Fraunhofer UMSICHT