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PV-Zeitstempel: Sommerzeit und Exportfehler erkennen

09.10.2026

Die Sommerzeit kann lokale PV-Zeitreihen verkürzen oder eine Stunde doppelt erscheinen lassen. Mit Zeitzonenangaben, Intervallprüfung und einem Abgleich mit der Exportdokumentation lassen sich echte Lücken von bloßen Zeitstempel-Effekten unterscheiden.

Warum eine PV-Zeitreihe plötzlich „Lücken“ hat

Ein auffälliger Zeitstempel ist nicht automatisch ein Messfehler. In Deutschland springt die Uhr am letzten Sonntag im März von 2 auf 3 Uhr; die lokale Stunde dazwischen wird übersprungen. Im Oktober läuft die Uhr von 3 auf 2 Uhr zurück, und die Stunde von 2 bis 3 Uhr erscheint zweimal. Das steht in § 2 der [Sommerzeitverordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/sozv/__2.html). Für eine PV-Auswertung bedeutet das: Ein lokaler Tagesdatensatz kann am Umstellungstag eine Stunde weniger oder mehr umfassen als ein gewöhnlicher Tag. Das ist eine Folge der Uhrzeitdarstellung, nicht für sich genommen ein Beleg dafür, dass der Wechselrichter Daten verloren oder doppelt gemessen hat. Wie viele CSV-Zeilen zu erwarten sind, hängt zusätzlich davon ab, ob Werte Zeitpunkte oder Intervalle markieren und ob Anfangs- beziehungsweise Endzeit mit exportiert werden.

Im Herbst ist „02:15“ nicht eindeutig

Am Herbsttag kann die Beschriftung „02:15“ zwei verschiedene Zeitpunkte meinen: einmal während der Sommerzeit, einmal nach der Rückstellung. Die Verordnung unterscheidet diese Stunden als 2A und 2B. Ein CSV, das nur Datum und lokale Uhrzeit ohne weitere Kennzeichnung enthält, kann beide Vorkommen deshalb nicht sicher auseinanderhalten – das ist eine praktische Folgerung aus der doppelten Stunde. Nicht einfach eine der beiden Zeilen löschen. Erst prüfen, ob Export oder Gerät die Vorkommen mit Zeitzone, Offset oder einer anderen Kennzeichnung unterscheidet. Andernfalls ist die chronologische Reihenfolge aus der lokalen Zeit allein nicht zuverlässig rekonstruierbar.

Exportformat und Zeitzone kontrollieren

Öffnen Sie den Export zunächst als Text oder in einem Importdialog, der die ursprünglichen Spalten nicht automatisch umdeutet. Suchen Sie nach Spalten wie Datum, Uhrzeit, Zeitzone, UTC-Offset, Intervallbeginn oder -ende. Ein Eintrag wie `+02:00` trägt eine andere Information als ein bloßes `02:15`. Die [GOV.UK-Leitlinie zur Formatierung von Datums- und Zeitangaben](https://www.gov.uk/government/publications/open-standards-for-government/date-times-and-time-stamps-standard) erläutert, wie ein UTC-Offset an eine lokale Zeit angehängt werden kann. Für einen Vergleich müssen die Datensätze auf dieselbe Zeitbasis gebracht werden. Wenn ein Export eine lokale Zeit ohne Zone enthält, dokumentieren Sie diese Einschränkung, statt stillschweigend UTC oder eine feste Offset-Regel anzunehmen.

Intervalllänge statt bloßer Zeilenzahl prüfen

Gehen Sie systematisch vor: 1. **Umstellungstag markieren:** Liegt die Unregelmäßigkeit am letzten März- oder Oktobersonntag, ist die Sommerzeit eine naheliegende Erklärung. 2. **Zeitabstände ansehen:** Vergleichen Sie benachbarte Zeitstempel vor und nach dem Sprung. Bei 15-Minuten-Daten ist beispielsweise wichtig, ob nach dem Umrechnen auf eine gemeinsame Zeitskala der erwartete Abstand erhalten bleibt – nicht allein, ob dieselbe lokale Stunde zweimal erscheint. 3. **Messwerttyp beachten:** Prüfen Sie, ob die Zeile einen Momentanwert, ein Intervallmittel oder die Energie eines Intervalls beschreibt; die Kennzeichnung beeinflusst die Interpretation. 4. **Exportdefinition nachschlagen:** SMA dokumentiert für den Import eigener Verbrauchsdaten in Sunny Design unter anderem Zeitabstände von 5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten. Das ist eine produktspezifische Importvorgabe, keine allgemeine Regel für PV-Exporte. Sie zeigt aber, warum Intervalllänge und Exportzweck geprüft werden sollten. [SMA-Anforderungen](https://manuals.sma.de/SDesign/de-DE/14318222475.html) Wenn sich die Daten nach Berücksichtigung von Offset und Intervall dennoch nicht sinnvoll ordnen lassen, erst dann Übertragungsprobleme, Gerätezeit oder Exportfilter untersuchen.

Grenzen der Diagnose

Eine bloße Abweichung am Umstellungstag beweist weder einen Fehler noch korrekte Messung. Standards und Beispielanforderungen legen nicht fest, welche Zeitkonvention jedes PV-Portal für seinen CSV-Export benutzt. Für die Sunny-Design-Importhilfe gibt SMA einen konkreten Jahresbeginn an; das ist aber keine Exportregel für andere Geräte. Bewahren Sie die Originaldatei samt Spaltenkopf und Exportdatum unverändert auf und notieren Sie getrennt, welche Zeitzone Sie für die Auswertung angenommen haben. Bei nicht eindeutig zuordenbaren Werten ist die Dokumentation des konkreten Wechselrichters oder Portals maßgeblich; fehlende Zeitinformation lässt sich nicht verlässlich aus dem PV-Leistungsverlauf allein rekonstruieren.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
  2. Internet Engineering Task Force (IETF)
  3. Cabinet Office / Government Digital Service, GOV.UK
  4. SMA Solar Technology AG