Schornsteine bei der PV-Planung: Schatten und Arbeitsraum beachten
08.10.2026
Ein Schornstein kostet nicht automatisch eine Modulreihe, verlangt aber eine Planung, die Schattenverlauf, sichere Erreichbarkeit und spätere Arbeiten auf dem Dach zusammendenkt. Die verfügbaren Quellen nennen keine allgemeingültige Zentimeterregel für den Abstand von PV-Modulen zum Schornstein. Entscheidend sind die konkrete Dachgeometrie und ein abgestimmter Zugang.
Der Schornstein ist mehr als eine freie Stelle im Modulraster
Bei der Belegung eines Dachs wird ein Schornstein oft zunächst als Hindernis im Raster gesehen. Planerisch ist er zugleich ein Schattenwerfer und ein möglicher Arbeits- beziehungsweise Zugangsbereich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine möglichst verschattungsfreie Dachfläche; die DGS betont, dass Verschattung einzelner Modulflächen vermieden werden sollte. ( [Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-bei-der-planung-einer-solaranlage-wichtig-ist-5574); [DGS](https://www.dgs.de/newsletter/solar-und-gruen-ergaenzt-sich-gut/) ) Daraus folgt nicht, dass jedes Dach um den Schornstein herum eine gleich breite leere Zone braucht. Wie weit der Schatten auf Module fällt, hängt unter anderem von Schornsteinhöhe, Dachneigung, Himmelsrichtung und Sonnenstand ab. Eine sinnvolle Planung betrachtet die betroffene Dachfläche über den Tages- und Jahresverlauf, statt allein die Grundfläche des Schornsteins auszusparen. Die Ausrichtung und Sonneneinstrahlung sind für den Ertrag ohnehin maßgeblich.
Schatten bewerten, nicht pauschal wegplanen
Lassen Sie sich im Belegungsplan zeigen, welche Module zu welchen Tages- oder Jahreszeiten verschattet werden. Bei einem breiten Schornstein nahe dem First kann die Schattenfahne anders verlaufen als bei einem niedrigen Aufbau an der Traufe. Das sind geometrische Beispiele, keine pauschalen Ertragswerte: Aus den hier herangezogenen Quellen lässt sich weder ein fixer Minderertrag noch eine universelle Ausschlussdistanz ableiten. Stellen Sie zwei Varianten gegenüber: eine mit Modulen möglichst nah am Schornstein und eine mit freigelassener Schatten- oder Zugangsspur. Fragen Sie, welche Annahmen zur Verschattung in der Ertragsprognose stecken und wie Module, die gelegentlich Schatten bekommen, im System berücksichtigt werden. Die Vergleichsrechnung sollte auch die Nutzbarkeit der verbleibenden Dachfläche zeigen, nicht nur die rechnerische Modulzahl.
Arbeitsraum und Zugang von Anfang an mitzeichnen
Ein Dachplan sollte nicht nur Solarmodule, sondern auch Wege, Standflächen und die Erreichbarkeit des Schornsteins darstellen. Das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz verpflichtet Eigentümer, erforderliche Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten zu veranlassen und Zutritt zu Grundstücken und Räumen für bestimmte Tätigkeiten zu gestatten. Das Gesetz legt in den zitierten Regelungen jedoch keine pauschale PV-Abstandsbreite rund um jeden Schornstein fest. Die konkrete Erreichbarkeit auf dem Dach sollte daher mit dem zuständigen Schornsteinfeger und dem Dach- beziehungsweise PV-Fachbetrieb geklärt werden. ([SchfHwG § 1](https://www.gesetze-im-internet.de/schfhwg/__1.html)) Praktisch heißt das: Im Plan eine nachvollziehbare Route vom Dachzugang zum Schornstein markieren und prüfen, ob Module, Kabel oder Unterkonstruktion den vorgesehenen Weg kreuzen. Welche Sicherung, Tritt- oder Zugangseinrichtung erforderlich ist, hängt vom Gebäude und den örtlichen Bedingungen ab; ein allgemeines Maß lässt sich aus den Quellen nicht ableiten.
Dachzustand und spätere Arbeiten einbeziehen
Vor der Modulbelegung ist der Zustand der Dachdeckung wichtig. Die Verbraucherzentrale nennt eine stabile, asbestfreie Eindeckung als Bedingung für die PV-Planung. Wenn am Schornstein oder Dach später Arbeiten anstehen könnten, sollte der Eigentümer diese vorab mit den beteiligten Fachleuten abklären, statt Module so zu platzieren, dass sie den Bereich unnötig verbauen. ([Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-bei-der-planung-einer-solaranlage-wichtig-ist-5574)) Auf Gründächern weist die DGS zusätzlich darauf hin, dass Reihenabstände die Pflege ermöglichen sollen. Sie nennt 20 bis 30 Zentimeter Aufständerung über niedrigwüchsiger Vegetation als Empfehlung für diesen speziellen Solargründach-Kontext. Das ist keine Schornstein-Abstandsregel und lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein gewöhnliches Ziegeldach übertragen. ([DGS](https://www.dgs.de/newsletter/solar-und-gruen-ergaenzt-sich-gut/))
Prüfliste für den Angebotsvergleich
Bitten Sie den Anbieter um einen Plan, in dem Schornstein, Module, Schattenbereiche und ein geplanter Zugangsweg gemeinsam eingezeichnet sind. Fragen Sie außerdem: - Welche Schattenannahmen liegen der Ertragsprognose zugrunde? - Wo kann eine Fachkraft den Schornstein erreichen, ohne Module oder Leitungen als Laufweg zu nutzen? - Ist die Dachdeckung für die geplante Montage geeignet und sind absehbare Dacharbeiten berücksichtigt? - Sind bei einem begrünten Dach die Reihenabstände für Pflege vorgesehen? Ein gut geplanter Solardach-Entwurf maximiert nicht blind die Modulfläche. Er macht nachvollziehbar, welche Fläche sinnvoll belegt wird und wie die notwendigen Arbeiten am Schornstein erreichbar bleiben.