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Modulverpackung und Anlieferung: Schäden vor der Montage erkennen

08.10.2026

Ein klarer Wareneingang hilft, sichtbare Transportschäden früh zu erkennen: erst Palette und Karton prüfen, Auffälligkeiten dokumentieren und Module kontrolliert auspacken. Herstellerhinweise und Reklamationsfristen sind produktspezifisch; eine Sichtkontrolle ersetzt keine technische Prüfung.

Wareneingang planen, bevor der Lkw kommt

Legen Sie vor dem Liefertermin Lieferschein oder Bestellung, einen Stift und ein Smartphone bereit. Bestimmen Sie einen ebenen, trockenen Ablageplatz, an dem die Paletten ohne Umsetzen kontrolliert werden können. Wenn mehrere Modulvarianten bestellt wurden, halten Sie die Bestellpositionen griffbereit: So lassen sich sichtbare Kennzeichnungen und Lieferunterlagen in Ruhe vergleichen. Diese Vorbereitung ist besonders hilfreich, wenn der Fahrer nur kurz wartet. Die Annahme sollte eine benannte Person übernehmen. Stimmen Sie mit ihr ab, dass sie vor dem Entladen den Zustand der äußeren Verpackung aufnimmt und auffällige Stellen nicht durch hastiges Umlagern verdeckt. LONGi empfiehlt, bei Ankunft zuerst die Module zu identifizieren und die Verpackung auf sichtbare Beschädigungen zu prüfen. Das ist eine sinnvolle erste Station im Wareneingang, aber noch keine Aussage über den elektrischen Zustand der Module.

Palette und Karton zuerst prüfen

Sehen Sie die Palette von allen zugänglichen Seiten an: Ist sie gekippt, verrutscht oder sichtbar angestoßen? Gibt es eingedrückte, eingerissene oder durchnässte Kartonbereiche, beschädigte Kantenschoner oder freiliegende Module? LONGi nennt verschobene beziehungsweise geneigte Paletten als sichtbare Warnzeichen. [LONGi beschreibt diese Prüfung bei der Anlieferung](https://www.longi.com/us/comments/LONGi_PV_Module_Unpacking_Handling_and_Storing_Guide/). Fotografieren Sie Auffälligkeiten vor dem Entladen aus Übersicht und Nahaufnahme. Notieren Sie Palettenkennzeichnung, betroffene Seite und sichtbare Zahl der betroffenen Kartons; halten Sie fest, ob der Schaden schon beim Eintreffen erkennbar war. Das ist ein praktischer Dokumentationsschritt, keine Garantie dafür, dass ein Anspruch anerkannt wird. Bei offensichtlichem Schaden informieren Sie den Fahrer sofort und fragen, wie der Vorbehalt beziehungsweise die Meldung dokumentiert werden soll. LONGi empfiehlt eine sofortige Mitteilung an den Fahrer; daraus folgt keine allgemeine gesetzliche Frist für jede Lieferung.

Nicht vorschnell auspacken – aber Schäden nicht verdecken

Ist die Umverpackung unauffällig, muss nicht jede Lieferung allein zur Kontrolle geöffnet werden. Bei eingedrückter Ecke, gebrochenem Umreifungsband oder einem Staplerkontakt sollten Sie dagegen vor der Montage gezielt klären, ob sich dahinter ein Modusschaden verbirgt. Wenn Sie mit Zustimmung des Verkäufers oder nach dessen Prozess öffnen, fotografieren Sie den Zustand zunächst unverändert und dokumentieren Sie, welche Verpackung zu welchem Modul gehört. Eine intakte Verpackung senkt das Risiko, beweist aber nicht, dass jedes Modul unbeschädigt ist. Auch Schutzkonzepte sind produkt- und verpackungsspezifisch: Trina beschreibt für die Vertex-S-Reihe ein dreiseitiges Anti-Kipp-Design, das Transportschäden verringern soll. Das ist keine Aussage, dass andere Hersteller dieselbe Konstruktion verwenden oder dass dieses Design einen konkreten Schaden ausschließt. [Trina erläutert das Verpackungsdesign seiner Vertex-S-Module](https://pages.trinasolar.com/VertexS_Shipping.html).

Auspacken nur kontrolliert und nach passender Anleitung

Öffnen Sie die Palette nicht spontan am Hang oder auf einem ungesicherten Untergrund. Die LONGi-Auspackanleitung beschreibt für ein bestimmtes Verfahren einen Untergrund mit höchstens 15 Grad Neigung. Diese Vorgabe bezieht sich auf die beschriebene LONGi-Verpackung und ist kein pauschaler Grenzwert für sämtliche Module. Folgen Sie der Anleitung, die zum konkreten Modell und zur Verpackungsart gehört; bei Unsicherheit erst Lieferant oder Hersteller fragen. [LONGi zeigt mehrere Auspackvarianten](https://www.longi.com/solar/instruction/unpacking.html). Planen Sie genug Helfende und Platz ein, bevor Umreifungen entfernt werden. Nutzen Sie den dafür vorgesehenen Halt, halten Sie die Module gegen Umkippen und legen Sie sie nicht ungesichert an eine Wand. Bleiben Module in einer geöffneten Palette zurück, sagt LONGi für seine Anleitung, sie flach neu zu verpacken, um ein Umkippen zu vermeiden. Übertragen Sie das nicht ungeprüft auf fremde Verpackungssysteme: Herstelleranweisungen können sich unterscheiden.

Sichtkontrolle, Sperrung und nächste Schritte

Wenn Module zugänglich sind, vergleichen Sie Kennzeichnungen und Zustand mit der Lieferdokumentation. Prüfen Sie die sichtbaren Flächen und Kanten auf Bruch, deutliche Stöße oder Verformungen; ordnen Sie auffällige Module eindeutig der Palette zu und fotografieren Sie Seriennummer sowie Schadstelle, sofern dies gefahrlos möglich ist. Eine Sichtkontrolle kann nur sichtbare Auffälligkeiten erfassen: Sie ersetzt keine elektrische oder fachliche Prüfung und schließt verdeckte Schäden nicht aus. Bei Verdacht auf Schaden das betroffene Modul nicht montieren und nicht selbst reparieren. Trennen Sie es von unauffälliger Ware, ohne es unsicher umzusetzen, und wenden Sie sich mit Bestellbezug, Fotos und Beschreibung an Verkäufer beziehungsweise zuständigen Ansprechpartner. LONGi rät bei entdecktem Schaden zur sofortigen Information des Fahrers. Prüfen Sie außerdem die konkrete Liefer- und Reklamationsvereinbarung: Die auf einer Herstellerseite genannte Empfehlung ist keine universelle Frist und ersetzt keine vertragliche oder rechtliche Prüfung. Erst wenn Ursache und weiteres Vorgehen geklärt sind, sollte die Montageplanung für die betroffene Ware fortgesetzt werden.

Quellen

  1. LONGi Solar
  2. LONGi Solar
  3. Trina Solar