Stringplan dokumentieren: Was bei Wartung und Fehlersuche hilft
08.10.2026
Ein brauchbarer Stringplan verbindet die elektrische Verschaltung mit der Lage der Module. So lassen sich Zuordnung, Messprotokolle und spätere Änderungen nachvollziehbar zusammenführen.
Warum ein Plan mehr als eine Zeichnung ist
Ein Stringplan beantwortet im Wartungsfall zwei verschiedene Fragen: Welche Module sind elektrisch miteinander verbunden – und wo liegen genau diese Module auf dem Dach? Ein String ist eine in Reihe geschaltete Gruppe von PV-Modulen; eine bloße Bezeichnung wie „String A“ sagt deshalb noch nicht, welche Dachfläche oder Modulreihe gemeint ist. Der Wormser Dokumentationsleitfaden nennt ausdrücklich einen String-Plan mit Modul-Identifikationsnummern als Übergabeunterlage ([BürgerNetzwerk Solar Worms, Leitfaden](https://www.worms.de/neu-de-wAssets/docs/zukunft-gestalten/klima-umwelt/Energie/BuergerSolarBeratung/_BNS_PV-Anlage-Dokumentations-Leitfaden-Werkvertrag.pdf); [SMA, „Strings konfigurieren“](https://manuals.sma.de/HM-20/de-DE/7751968779.html)).
Eine eindeutige Modulzuordnung aufbauen
Praktisch ist ein Dach- oder Belegungsplan als räumliche Ebene und eine Zuordnungstabelle als elektrische Ebene. Gib jedem Modul eine eindeutige Kennung, etwa D1-R1-M1 für Dachfläche 1, Reihe 1, Modul 1. Dann notierst du in einer Tabelle, zu welchem String und welchem Wechselrichter- beziehungsweise MPP-Eingang es gehört. Die Kennung ist ein Organisationsvorschlag, kein vorgeschriebenes Format. Wichtig ist, dass Plan und Tabelle dieselbe Logik verwenden und die Module vor Ort auffindbar sind. SMA nennt die Modulanzahl als String-Eigenschaft; ein Plan sollte daher mindestens die Module je String nachvollziehbar abbilden ([SMA, „Strings konfigurieren“](https://manuals.sma.de/HM-20/de-DE/7751968779.html)).
Plan, Messwerte und Seriennummern zusammenführen
Bewahre den Stringplan nicht isoliert auf. Verknüpfe ihn mit den Inbetriebnahme- und Stringmessprotokollen, damit ein späterer Messwert einer konkreten Zuordnung gegenübergestellt werden kann. Ergänzend helfen Modulseriennummern und Hersteller-Leistungswerte dabei, ein tatsächlich eingebautes Modul im Plan wiederzuerkennen; der Wormser Leitfaden nennt Flash-Listen mit solchen Angaben. Sinnvoll ist eine Tabelle mit Modulkennung, Seriennummer, String, Wechselrichter-Eingang und Fundstelle im Messprotokoll. Die Anlagendokumentation kann nach dem Leitfaden auch für spätere Prüfung und Fehlerdiagnose dienen. Welche Messungen im Einzelfall erforderlich sind und wie sie fachgerecht durchgeführt werden, gehört in die Hände qualifizierter Fachkräfte ([BürgerNetzwerk Solar Worms, Leitfaden](https://www.worms.de/neu-de-wAssets/docs/zukunft-gestalten/klima-umwelt/Energie/BuergerSolarBeratung/_BNS_PV-Anlage-Dokumentations-Leitfaden-Werkvertrag.pdf)).
Änderungen sichtbar nachführen
Ein Plan bildet den Ist-Zustand ab, nicht nur die ursprüngliche Planung. Wird ein Modul, ein Anschluss oder eine Stringzuordnung verändert, sollten Plan und begleitende Unterlagen gemeinsam aktualisiert werden. Notiere knapp, was geändert wurde, wann und durch wen, und lege ersetzte Fassungen als ältere Revision ab, statt sie mit dem gültigen Plan zu vermischen. Das ist besonders hilfreich, wenn spätere Wartungsarbeiten anhand früherer Messprotokolle eingeordnet werden. Ein Änderungsvermerk ersetzt weder Prüfung noch fachgerechte Ausführung.
Übergabe und Aufbewahrung
Übergeben werden sollte ein lesbarer, dauerhaft auffindbarer Satz: Plan mit Modulkennungen, Zuordnungsliste, Messprotokolle und die dazugehörigen technischen Unterlagen. Eine PDF-Datei erleichtert das Teilen; für die Arbeit vor Ort ist eine Version ohne Spezialsoftware nützlich. Lege fest, welche Fassung aktuell ist und wo sie liegt. Der Bundesverband Solarwirtschaft weist auf den Photovoltaik-Anlagenpass als vom Fachbetrieb ausgestellte Dokumentation der Installationsqualität hin. Er ist kein Ersatz für einen konkret lesbaren Stringplan, kann aber als Teil der geordneten Anlagendokumentation dienen ([BSW-Solar, Technikberatung](https://www.solarwirtschaft.de/fuer-verbraucher/technikberatung/)).