Welche Unterlagen ein Solarteur für eine belastbare Planung braucht
08.10.2026
Stromverbrauch, Dachinformationen und Angaben zum vorhandenen Hausanschluss erleichtern die Vorplanung einer Photovoltaikanlage. Eine einheitliche Pflichtmappe gibt es nicht: Der Netzbetreiber teilt mit, welche Informationen er im konkreten Anschlussfall benötigt.
Vor dem Erstgespräch: Verbrauch und Vorhaben sortieren
Für ein sinnvolles Erstgespräch muss niemand schon eine fertige Auslegung mitbringen. Hilfreich ist aber ein belastbarer Ausgangspunkt: Legen Sie die Stromabrechnungen der vergangenen zwei oder drei Jahre bereit und notieren Sie den Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Die HTW Berlin verweist darauf, dass sich zurückliegende Verbrauchswerte den Stromrechnungen entnehmen lassen. Denken Sie außerdem an absehbare Änderungen: etwa ein Elektroauto, eine Wärmepumpe, elektrische Warmwasserbereitung oder einen veränderten Haushalt. Das sind keine Verbrauchswerte, die sich aus einer Rechnung ablesen lassen, sondern Planungsannahmen. Kennzeichnen Sie sie deshalb als künftig erwartete Nutzung und nennen Sie – falls schon bekannt – ungefähre Zeiträume oder Datenblätter.
Dachpläne: lieber mit Maß als nur mit Luftbild
Senden Sie vorhandene Dach- oder Baupläne mit, sofern sie verfügbar sind: Grundriss, Ansichten und Schnitte sind oft nützlicher als eine einzelne Draufsicht, weil sie Maße, Dachform und Hindernisse verständlich machen können. Markieren Sie, welche Dachflächen Sie für eine PV-Anlage erwägen. Ergänzen Sie bekannte Angaben zu Ausrichtung, Neigung und Dachdeckung; auch Gauben, Dachfenster, Schornsteine, Lüfter und dauerhaft verschattende Bäume sollten sichtbar oder notiert sein. Die HTW nennt Ausrichtung, Neigung, Standort und Verschattung als Einflussgrößen. Wenn keine Pläne vorhanden sind, können maßstäbliche Skizzen mit Länge und Breite sowie datierte Fotos aus mehreren Blickrichtungen eine erste Orientierung geben. Das ersetzt keine Vermessung oder Prüfung durch den Fachbetrieb. Ein Dachplan ist hier vor allem ein Arbeitsmittel, kein universell vorgeschriebenes PV-Formular.
Bestandsunterlagen: Hausanschluss und vorhandene Technik
Für die elektrische Seite sind ein Foto des Zählerschranks bei geschlossener und – nur wenn gefahrlos möglich – offener Abdeckung, die Zählernummer sowie vorhandene Unterlagen zum Hausanschluss hilfreich. Senden Sie keine geöffneten Elektroverteilungen, wenn Sie dazu erst Abdeckungen entfernen müssten. Notieren Sie außerdem, ob es bereits eine PV-Anlage, einen Batteriespeicher, eine Wallbox oder andere Erzeuger beziehungsweise größere Verbraucher gibt. Falls Sie Typenschilder oder Datenblätter haben, reichen zunächst lesbare Bilder. Der Netzbetreiber teilt mit, welche Informationen im konkreten Fall benötigt werden; häufig übernimmt ein Fachunternehmen das Anschlussbegehren für Sie. Der Solarteur kann Ihnen sagen, welche Angaben für die jeweilige Anfrage fehlen.
Was ein belastbares PV-Angebot enthalten sollte
Für einen fairen Vergleich sollten die Angebote nicht nur eine Endsumme nennen. Die Verbraucherzentrale rät zu möglichst genauer Beschreibung aller Komponenten und nennt unter anderem Typ und Leistung des Wechselrichters. Prüfen Sie deshalb, ob Modulanzahl und Gesamtleistung, Wechselrichter, gegebenenfalls Speicher, Montagearbeiten, Gerüst, Elektroarbeiten und Anschlussleistungen nachvollziehbar benannt sind. Bei geplanten Zusatzverbrauchern sollte deutlich werden, ob sie in der Auslegung berücksichtigt wurden und auf welcher Annahme die Ertrags- oder Eigenverbrauchsprognose beruht. Fragen Sie bei einem Pauschalangebot nach, welche Positionen noch offen oder ausdrücklich ausgeschlossen sind. Ein hoher Detailgrad schafft nicht automatisch eine richtige Planung, macht aber Annahmen und Lücken sichtbarer und hilft beim Vergleich.
So übergeben Sie das Paket – und behalten Grenzen im Blick
Bündeln Sie die Dateien in einem Ordner und vergeben Sie verständliche Namen, zum Beispiel „Dachansicht-West“, „Stromrechnung-2025“ oder „Zählerschrank“. Ergänzen Sie eine kurze Notiz mit Ihrem Ziel: möglichst viel Dach belegen, Speicher prüfen, Eigenverbrauch erhöhen oder ein späteres E-Auto berücksichtigen. Geben Sie an, welche Zahlen gemessen und welche geschätzt sind. Fragen Sie den Betrieb vorab, ob er für ein erstes Angebot Fotos und vorhandene Pläne akzeptiert oder einen Vor-Ort-Termin benötigt. Die Unterlagen ermöglichen eine bessere Vorbereitung, ersetzen jedoch weder die fachliche Prüfung des Dachs noch die technische Klärung von Hausanschluss und Netzanschluss. Bei der Umsetzung sind die technischen Anforderungen des Anschlusses einzuhalten; klären Sie mit dem Betrieb, wer welche Abstimmung übernimmt.