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Verschattungsanalyse für PV: Zeiträume im Jahresverlauf

08.10.2026

Für die PV-Planung sollte Verschattung über Tageszeiten und den Jahresverlauf betrachtet werden. Monats- und Jahreswerte helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Prüfung naher Bäume und Gebäude vor Ort.

Warum ein einzelner Besichtigungstermin nicht genügt

Eine Verschattungsanalyse ist keine Momentaufnahme. Ein Foto am Mittag oder ein Schattenwurf an einem sonnigen Nachmittag zeigt nur, welche Hindernisse in genau diesem Augenblick relevant sind. Für die PV-Planung zählt dagegen, ob ein Baum, ein Nachbarhaus oder ein Dachaufbau die Module zu anderen Tageszeiten oder in einer anderen Jahreszeit trifft. Das digitale Horizontprofil ist dafür ein Baustein, aber keine vollständige Dachaufnahme: PVGIS weist darauf hin, dass [sehr nahe Schattenquellen wie Häuser oder Bäume](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/using-pvgis-5/pvgis-5-tools/horizon-profile_en) nicht automatisch berücksichtigt werden. Ergänzen Sie daher lokale Hindernisse gesondert.

Sommer und Winter als Vergleichspunkte nutzen

Die Sonnenwenden im Juni und Dezember sind sinnvolle saisonale Bezugspunkte, weil sie unterschiedliche Sonnenstände repräsentieren. Das JRC-Horizontwerkzeug gibt Sonnenhöhen für beide Termine aus ([Horizon Profile](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/using-pvgis-5/pvgis-5-tools/horizon-profile_en)). Für die praktische Analyse sollte man an diesen Terminen den Sonnenlauf über den Tag prüfen, nicht nur den höchsten Stand um die Mittagszeit. Ein Hindernis östlich der Anlage kann morgens relevant sein, ein westliches am späten Nachmittag; ein niedriger Horizont im Süden kann länger auf die Sonnenbahn wirken. Ob der Schatten die konkrete Modulfläche erreicht, hängt allerdings von Standort, Höhe und Abstand des Hindernisses sowie der Dachgeometrie ab.

Monatswerte statt Jahresmittel allein betrachten

Ein Jahreswert ist praktisch, um Varianten grob zu vergleichen, kann aber saisonale Unterschiede verdecken. Ein Baum, der vor allem im Winter am Morgen Schatten wirft, ist anders zu beurteilen als ein Dachaufbau, der im Sommer mittags Module trifft. PVGIS bildet monatliche Einstrahlungs-Mittelwerte über Zeiträume von mindestens einem Jahr ab ([Monthly Radiation](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/using-pvgis-5/pvgis-5-tools/monthly-radiation_en)). Fragen Sie deshalb nach Monatsdarstellungen oder monatlichen Werten, nicht nur nach einem Jahresergebnis. Mittelwerte glätten einzelne Wetterjahre; sie sind Vergleichshilfe, keine Zusage, dass ein künftiger Monat exakt denselben Ertrag bringt.

Tageszeiten, Flächen und Grenzen dokumentieren

Halten Sie in der Planung fest, wann ein Schatten morgens beginnt, wann er sich zurückzieht und ob er am Nachmittag wiederkehrt. Bei mehreren Dachflächen sollten Ergebnisse je Fläche getrennt betrachtet werden, damit eine weitgehend freie Fläche eine stärker betroffene Teilfläche nicht verdeckt. Als vierstufiger Ablauf eignet sich: geplante Modulflächen und Ausrichtung erfassen; Ost-, Süd- und Westhorizont aufnehmen; Sommer- und Winterstände samt Tageszeiten vergleichen; Monats- und Jahreswerte gegenüberstellen. Das PVGIS-Werkzeug stellt monatliche Einstrahlungsmittel bereit und schätzt für eine netzgekoppelte Anlage durchschnittliche Monats- und Jahresproduktion ([Grid-connected PV](https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis/using-pvgis-5/pvgis-5-tools/grid-connected-pv_en)). Das ersetzt keine Prüfung der konkreten Modulverschaltung oder der tatsächlichen Dachhindernisse. Bei komplexer Geometrie sollte ein Fachbetrieb die Schatten auf den geplanten Modulfeldern eigens bewerten.

Quellen

  1. Joint Research Centre der Europäischen Kommission
  2. Joint Research Centre der Europäischen Kommission
  3. Joint Research Centre der Europäischen Kommission